Inhalte, Bildwerke, Curricula, Rahmenlehrpläne und Bewertung im Fachbereich

Kunst

Liebe Interessierte,

wir begrüßen Sie herzlich im „Kunstflügel“ des Manfred-von-Ardenne-Gymnasiums. Für eine vielseitige ästhetisch-künstlerische Bildung stehen unseren Schüler*innen ein großer Werkstattraum mit Werkbänken, ein Tonraum mit benachbartem Brennofen, ein Medienraum mit White-Board, PC-Räume und ein Schwarz-Weiß-Fotolabor zur Verfügung. Ausführlicheres über die zu erwerbenden Kompetenzen, Inhalte, Techniken und Materialien je Klassenstufe entnehmen Sie bitte den unten zum „Download“ bereitstehenden Dateien.

SiC Bildende Kunst Klasse 7-10Download(176.47 KB )
SiC Bildende Kunst Klasse 11-12Download(88 KB )
Rahmenlehrplan Bildende Kunst Sek IIDownload(393.5 KB )
Notenbildung Sek IDownload(31.74 KB )

7. Klasse – „Punkt und Linie zu Fläche“

Zuerst erproben die Schüler*innen verschiedene grafische Ausdrucksmöglichkeiten. In den nächsten künstlerisch-praktischen Schritten wird der Bild-Raum mittels der Parallelprojektion sowie einfacher raumbildender Mittel erobert. Außerdem wird das Farbwissen auf Grundlage der Lehren Ittens bzw. Küppers erweitert.

Wesentliche fachdidaktische Ziele bestehen darin, den Schüler*innen einen Einblick in das umfangreiche Spektrum der Kunstgattungen zu geben und ein hohes handwerklich- kreatives sowie rezeptives Ausgangsniveau zu erreichen.
Das Fundament jeder selbstständigen bildnerischen Praxis ist das Auffüllen des persönlichen „Bildspeichers“. Die Wahrnehmung und textliche Reflexion von Gestaltetem sind Bestandteil des Unterrichts. Es werden Bildrecherchen initiiert, Bildbeschreibungen und differenziertes Urteilen auf der Basis eines angemessenen Fachvokabulars geübt.

Materialliste für Klasse 7Download(208.87 KB )

8. Klasse – Bild vom Menschen und seiner Umwelt

In der 8. Klasse steht die Darstellung des Menschen im Fokus. Ausgehend von griechisch-antiken und Renaissance-Vorbildern thematisieren die Schüler*innen das Ideal-Bild des Menschen in der Kunstgeschichte vor 1900. Sie vergleichen ihn mit Menschendarstellungen der Moderne und Gegenwart. In diesem Rahmen werden auch Bezüge zur Renaissance-, Barock- und Klassizismus-Architektur hergestellt.

Filippo Brunelleschis und Leon Albertis Experimente zur Zentralperspektive werden behandelt und ihre Gesetze zeichnerisch erprobt und gefestigt. Der Bildraum wird sowohl zeichnerisch mittels der Linearperspektive als auch malerisch mithilfe der raumbildenden Farb- und Luftperspektive erobert. 

Der persönliche „Bildspeicher“ wird um architektonische, figürliche und landschaftliche Bildwerke erweitert. Technisch und handwerklich erreichen die Schüler*innen im Umgang mit Kreide, Fineliner, Tinte und Feder ein neues Niveau.

9. Klasse – Der Weg in die Moderne am Beispiel der Geschichte des Porträts

In der 9. und 10. Klasse wird der Kunstunterricht epochal erteilt, im Wechsel mit dem Fach Musik.

Vom idealen Ganzkörperbild wird der Fokus auf das Kopfbildnis gelegt. Auch das menschliche Gesicht unterliegt Gestaltungsgesetzen, die am eigenen Kopf abgemessen, überprüft und zeichnerisch sowie malerisch umgesetzt werden, sogar im Großformat (DIN A3).

Bleibt noch Zeit, wird der Weg in die Abstraktion gewagt. Ab wann wird ein Gesicht unkenntlich? Neben der mimetischen Wiedergabe gibt es zahlreiche durchaus experimentelle Techniken, Materialien und Methoden, um einem abstrakten Bildwerk einen charakteristischen Ausdruck zu verleihen oder es der abbildenden Funktion zu berauben.

Der persönliche „Bildspeicher“ wird um bedeutende Bildwerke der modernen – darunter auch der informellen und abstrakten – (Porträt-) Malerei, Zeichnung, Collage, Fotografie u.v.m. erweitert. Es werden Bezüge zu parallelen Entwicklungen in Architektur und Design hergestellt.

In Vorbereitung auf die Sekundarstufe II steigen schrittweise die Anforderungen in den Phasen der Bildbetrachtung. Bilder werden nicht mehr nur beschrieben, sondern unter einem Aspekt analysiert. Dafür erweitern die Schüler*innen ein vom Fachbereich erstelltes Analyseschema, das in reduzierter Form aus der Doppeljahrgangsstufe 7 und 8 bekannt ist. Ergänzt werden die theoretischen um praktische Bilderschließungsmethoden, darunter Kompositions- oder Hell-Dunkel-Studien. Auch ein Glossar wird, wie schon in Jahrgangsstufe 7 und 8, in der 9. und 10. Klasse von den Schüler*innen fortgeführt, damit sich der Fachwortschatz festigt und erweitert.

Wahlpflichtunterricht (WPU) 10. Klasse – 1. Kulissenbau / 2. Von der Konstruktionszeichnung zum Modellbau

Das erste Halbjahr des WPU Kunst trägt Werkstatt-Charakter. Wer Lust darauf hat, große Aufsteller mit 15 cm breiten Pinseln zu gestalten, Stichsäge, Hammer oder Handtacker zu bedienen, auch mal am Boden zu arbeiten und bei alldem in Kauf nimmt, schmutzig zu werden, der ist hier genau richtig. In Zusammenarbeit mit den Grund- und Leistungskursen Darstellendes Spiel und Musik werden die für das Weihnachtsmusical benötigten Kulissen und Requisiten geplant, gebaut und gestaltet.  Die Gestaltungsarbeit steht von Anfang an sowohl unter hohem künstlerischen und handwerklichen Anspruch als auch unter großem Zeitdruck. Zusätzlich zum regulären Unterrichtsgeschehen finden zwei Projekttage à acht Unterrichtsstunden statt. Das ist herausfordernd, da die Herbst-Winter-Phase des Schuljahres auch sonst ziemlich ausgefüllt ist mit Tests, Klassenarbeiten und Hausaufgaben.

Im zweiten Halbjahr werden die Techniken der Konstruktionszeichnung (aquarelllierte Vorübung) vertieft und münden, wenn dafür Zeit bleibt, in einen dreidimensionalen Bau (fotografische Inszenierung eines Modellbaus). Da im zweiten Halbjahr eine 90-minütige Klausur (praktischer Schwerpunkt liegt bei 70%) geschrieben wird, wechseln sich künstlerisch-praktische und theoretische Phasen ab, wobei die in Klasse 7-9 erlernten Methoden der Bilderschließung wiederholend vertieft werden. Der persönliche „Bildspeicher“ wird um moderne und zeitgenössische Architektur- und Design-Beispiele erweitert.

Leistungs- ( LK ) und Grundkurs ( GK ) Bildende Kunst des 1. und 2. Semesters

Leistungs- oder Grundkurs oder gar kein Bildende Kunst mehr in der Oberstufe? Bei dieser Entscheidung können unser Castingbogen, das schulinterne Curriculum Bildende Kunst für die Sekundarstufe II und der Klausurplan (Siehe SiC Klasse 11-12) weiterhelfen.

Die Themenschwerpunkte und Ergänzungsbereiche aller vier Semester sind durch den Rahmenlehrplan für das Fach Bildende Kunst in der Sekundarstufe II des Landes Berlin vorgegeben, sowohl für den Leistungs- als auch Grundkurs. Kurz gesagt wird im 1. Semester fotografiert und im 2. Semester designt. Es hängt vom / von der unterrichtenden Kunst-Kolleg*in ab, welche Künstler*innen, Bildwerke, Epochen, Techniken und Materialien im Einzelnen im Fokus stehen, wobei die Schüler*innen in vielen Fällen mitbestimmen dürfen. Der Besuch des Schwarz-Weiß-Labors stellt zwar eine kleine Zeitreise, aber immer wieder einen faszinierenden Höhepunkt des Fotografie-Semesters dar, wie die poetischen Fotogramme im Bildanhang zeigen.

Die Anforderungen sind hoch, da neben bildnerisch-praktischen nicht nur rezeptive, sondern auch urteilende Phasen einen viel größeren Anteil am Kunst-Unterricht einnehmen als noch in der Sek I. Anspruchsvoller wird es zudem, weil der Unterricht nur gelingen kann, wenn auch die außerunterrichtliche Arbeit Abiturniveau erreicht: selbstständig, kontinuierlich, konzentriert, anspruchsvoll, umfassend, selbstreflexiv. Der künstlerische Horizont wird durch den Besuch von außerschulischen Lernorten (Ausstellungsbesuch) und Workshops (Aktzeichnen) regelmäßig erweitert.

Künstlerischer Höhepunkt ist die Ausstellung beider Kunst-Leistungskurse in der Anna-Seghers-Bibliothek Hohenschönhausen jedes Frühjahr.                                    Viele weitere bildnerische Highlights findet man im jährlich herausgegebenen Kunst-Kalender des Ardenne-Gymnasiums, welcher immer kurz vor Weihnachten in der Schule erworben werden kann.

Castingbogen für LK Bildende KunstDownload(414.21 KB )

Leistungs- (LK) und Grundkurs (GK) Bildende Kunst des 3. und 4. Semesters

Im dritten Semester stehen die Malerei und im vierten Semester Layout / Typografie im thematischen Fokus. Nur im Leistungskurs ist es zeitlich möglich, und als Besonderheit den Leistungskursschüler*innen des 3. Semesters vorbehalten, mit Leinwand und Staffelei zu arbeiten. LK und GK setzen sich malerisch mit unterschiedlichen Themen auseinander, während der LK die Gattung Porträt vertiefend behandelt, beschäftigt sich der GK mit der Gattung Stillleben .

In das relativ kurze vierte Semester fällt für den LK die Planung der Ausstellung in der Anna- Seghers-Bibliothek. Hier verzahnen sich Theorie und Praxis auf produktive Weise, denn die im Unterricht erarbeiteten Typografie- und Layout-Kenntnisse sollen in einer einladenden Ausstellungsflyer-Gestaltung Umsetzung finden. Auch die Ausstellungswand muss gut „gelayoutet“ sein, damit die Besucher an ihr und den Bildern so lange wie möglich mit dem Blick haften bleiben. Die dafür benötigten analogen und digitalen Werkzeuge, u.a. Typografie-Schablonen, geeignete Software, stehen in den Kunst- und PC-Räumen in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Die im Bildanhang befindlichen Flyerbeispiele wurden mithilfe einer Layout-Software gestaltet.

Zusatzkurs Grundkurs „Kunst Werkstatt “ im 3. und 4. Semester

Die Inhalte des Zusatzkurses „Kunst Werkstatt“ sind durch den Rahmenlehrplan Bildende Kunst für die Sekundarstufe II festgelegt (s. RLP Bildende Kunst Sek II, S. 24, Download siehe unten). Der Zusatzkurs kann freiwillig zu den Pflichtkursen gewählt werden und setzt ein außerordentliches künstlerisches Engagement voraus. Dabei gilt es zu bedenken, dass dieser Kurs im 3. und 4. Semester angeboten wird, dem Abschlussjahr.

Wie im herkömmlichen Grundkurs schreiben die Schüler*innen im 3. Semester eine 135-minütige Klausur. Im 4. Semester wird anstelle einer Klausur eine Klausurersatzleistung in Form einer bildnerisch umfangreichen Arbeit eingefordert.

Die bildnerische Arbeit ist tendenziell freier und experimenteller angelegt als in den Pflichtkursen des LK und GK Bildende Kunst. Im 3. Semester wird das fotografische Wissen des 1. Semesters erweitert und die Foto-Technik experimentell ausgereizt. Im 4. Semester steht bildhauerisches Schaffen im Fokus. Für beide Semester gilt: Welche Künstler*innen, Bildwerke und Epochen konkret behandelt werden, gestaltet sich in Absprache zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen.

Rahmenlehrplan-Auszug zum Zusatzkurs "Kunst Werkstatt" Download(465.75 KB )

Ich bin dem Schicksal dankbar für mein Leben, so wie es verlaufen ist.

Manfred von Ardenne